Staatlich anerkannter Bildungsurlaub in Hamburg

Bildungsurlaub ist eine Form des Urlaubs, auf die jeder Arbeitnehmer ein Anrecht hat. Für bis zu 5 aufeinanderfolgende Arbeitstage, kann sich jeder Arbeitnehmer pro Jahr bezahlt freistellen lassen, um an Seminaren oder Veranstaltungen teilzunehmen, die der beruflichen oder auch der politischen Weiterbildung dienen. Dieser Anspruch beruht auf der Auffassung, dass der Besuch von Seminaren und Veranstaltungen nicht nur mobilisierend wirkt, sondern eine insgesamt positive Auswirkung auf das Arbeitsverhalten hat. Erwähnt muss werden, dass die detaillierten Regelungen auf Landesebene festgelegt werden. Die Regelung für Bildungsurlaub in Hamburg stellt hier keine Ausnahme von der grundsätzlichen landesweiten Rechtsprechung dar. Staatlich anerkannter Bildungsurlaub in Hamburg ist dem Gesetz nach, für jeden Arbeitnehmer im Raum Hamburg, ein Recht das er einmal pro Jahr in Anspruch nehmen kann. Der Begriff des „Bildungsurlaubs“ ist klar definiert und umfasst Veranstaltungen, die entweder der beruflichen oder politischen Weiterbildung dienen, oder aber der Weiterbildung oder Schulung zur Aufnahme oder Durchführung eines Ehrenamtes erforderlich sind.

Bildungsurlaub kann erst in Anspruch genommen werden wenn das Arbeitsverhältnis bereits länger als 6 Monate besteht. Das Vorhaben muss dem Arbeitgeber mindestens 6 Wochen vor Inanspruchnahme mitgeteilt werden und es ist zudem nur möglich, anerkannte Veranstaltungen zu besuchen. Fall diese in mehreren Blöcken stattfinden, die zusammen nicht 5 Arbeitstage überschreiten, muss dies vom Arbeitgeber hingenommen werden. Bei Beantragung des Bildungsurlaubs ist dem Arbeitgeber eine Anmeldebestätigung sowie eine Kopie des Programms zu überlassen.
Sollten in dem geplanten Zeitraum des Bildungsurlaubs wichtige innerbetriebliche Erfordernisse anstehen, kann der Arbeitgeber den Urlaub verweigern. Allerdings muss die Ablehnung des Antrags innerhalb von 3 Wochen in schriftlicher Form erfolgen. Wird die Ablehnung nicht rechtzeitig und formgerecht durchgeführt ist sie nichtig. Der Arbeitgeber darf keinesfalls den Arbeitnehmer, der Bildungsurlaub in Anspruch nimmt, in irgendeiner Form benachteiligen und es obliegt ihm zudem nicht, ihn in seiner freien Wahl einzuschränken.
Insgesamt ist staatlich anerkannter Bildungsurlaub im Raum Hamburg, genau wie im gesamten deutschen Raum, eher unbekannt. Nur 1-2% aller Arbeitnehmer nehmen das Angebot wahr, sich im beruflichen oder auch im politischen Bereich in Form eines Bildungsurlaubs weiterzubilden.

Mehr Informationen zum Thema Bildungs- und Sprachurlaub finden Sie auch unter: www.sprachurlaub.de

Be Sociable, Share!

Leider keine passenden Artikel

Leave a Reply


sieben − 6 =